An einem heißen Sommertag treffen wir Maximilian Scheidt im Berliner Tiergarten. Unser #KRAGENWEITEBERLIN Mann ist Schauspieler am Schauspielhaus Hamburg und aktuell im Stück „Der Kaufmann von Venedig“ zu sehen. Beim Shooting haben wir die Gelegenheit genutzt und mit ihm über Berlin-Hamburg, Schauspiel und die Rolle des Kostüms gesprochen.

Maximilian trägt Kragenweite Berlin

Kragenweite Berlin: Hamburg – Berlin. Du hast in beiden Städten gelebt. Was macht Berlin für dich aus und warum bist du nach Hamburg gezogen?

Maximilian Scheidt: Ich bin an erster Stelle wegen eines Jobs nach Hamburg gezogen. Berlin macht für mich aus, dass es so große Diversität gibt. Dass sehr viele Leute aus dem Ausland hierherkommen und die Bevölkerung untereinander so gemischt ist, es nicht nur einen Stadtkern gibt, sondern ganz viele Zentren. Ich finde, dass man dadurch gefühlt immer von einer Stadt in die Nächste fährt. Jeder Kiez hat so seinen eigenen Schwerpunkt mit seinen eigenen Leuten und das finde ich total spannend. Das ist in Hamburg anders, weil es da viel homogener ist und viel klarer strukturiert. Man hat einen klaren Stadtkern und die Ballungsgebiete, die sich drum herum formen.

Kragenweite Berlin: Wie bist zum Schauspiel gekommen?

Maximilian Scheidt: Ich habe mir das nicht wirklich selber ausgesucht, es war auch nie ein konkreter Wunsch von mir. Es war eher so, dass meine Umgebung immer gesagt hat ‘Mach doch mal einen Theaterworkshop’ oder ’bewirb Dich doch mal bei einer Film- und Fernsehagentur’. Das hat dann immer alles irgendwie geklappt und es war für mich ein Weg ohne Widerstand, es kam alles ganz natürlich. Es war nicht so, als hätte ich besonders viel dafür tun müssen zum Beispiel auf eine Schauspielschule zu kommen oder in eine Agentur aufgenommen zu werden. Ich habe einfach gemerkt, dass es mir unfassbar viel Spaß macht. Die Prämisse war: ’Ah das könnte wirklich mein Job werden.’

Maximilian trägt Kragenweite Berlin

Kragenweite Berlin: Hast du mit deinen Beruf deine Bestimmung gefunden?

Maximilian Scheidt: Definitiv! Als ich hier in Berlin war, war ich ja ‚Frei’. „Frei“ nennt man das bei uns Schauspielern – arbeitslos ist das auf dem Papier. Da war ich dann auch mal in der Situation, dass ich nicht spielen konnte, weil einfach keine Angebote kamen. Da habe ich gemerkt: Okay, es gibt nichts, was ich lieber mache und womit ich mich mehr äußern und mitteilen kann.

Kragenweite Berlin: Was spielst du aktuell?

Maximilian Scheidt: Momentan bin ich am Schauspielhaus in Hamburg und spiele im Kaufmann von Venedig. Aktuell proben wir auch noch den König Lear, beides in der Regie von Karin Beier. Das sind die Sachen, die aktuell von mir zu sehen sind.

Maximilian trägt Kragenweite Berlin

Kragenweite Berlin: Was für eine Rolle spielt ein Kostüm bei deiner Arbeit?

Maximilian Scheidt: Das ist schon enorm wichtig! Wie der Stoff anliegt und wie die Schnitte fallen, gibt vor, wie man sich bewegt. Zum Beispiel beim Kaufmann von Venedig haben wir eine Stelle, wo wir große Pluderhosen tragen. Das verändert total die Bewegung. Dadrunter haben wir dann aber Strumpfhosen an, das verändert dann auch wieder und dazu noch Plateauschuhe. Sie verändern erst mal den Gang und lassen ihn herrischer wirken. In einer anderen Szene trage ich ein Kleid an und auch das verändert sofort die Figurine. Oder ich habe einen historischen Film gedreht, in dem ich einen ärmlichen Hufschmied gespielt habe. Ich trug dicke Leinenkleidung, recht sackige Hosen und dicke, mit Nägeln beschlagene Schuhe. Das verändert alles!

Kragenweite Berlin: Das heißt, in dem Moment in dem du dein Kostüm trägst, bist du in der Rolle?

Maximilian Scheidt: Genau, Kleidung erzählt natürlich viel über Dich und die Rolle. Man würde sich anders in einem Anzug bewegen als in einem Nachthemd. Auch der Zuschauer ruft so die Rolle für sich ab.

Maximilian trägt Kragenweite Berlin

Kragenweite Berlin: Interessierst du dich auch privat für Mode?

Maximilian Scheidt: Ja, auf jeden Fall. Das war aber nicht immer so, muss ich ganz ehrlich gestehen. Wann fängt man mit Mode an? Das fängt so in der weiterführenden Schule an, dass man notgedrungen darüber nachdenken muss, weil dann die ersten Markenklamotten ins Leben treten. Ich habe mich damit nie so richtig wohlgefühlt, weil ich gemerkt habe, dass ich Sachen mag, die andere Leute nicht anziehen würden. Wenn man anfängt zu studieren, hat man noch mal eine ganz neue Phase, in der man sich weiter entwickeln darf. Damals habe ich angefangen mir andere Kleidung anzugucken, die nicht auf jeder großen Einkaufsstraße zu finden ist. Stoffe sind für mich super wichtig. Hochwertige Baumwolle, Leinen, Kaschmir… Stoffe, bei denen Du den Unterschied merkst. Ich mag Schnitte, die zeitlos und klassisch sind, und kombiniere sie.

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